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Fakten, Fakten, Fakten

Warum wird Mais angebaut?

Energiereiche Futterpflanzen sind sowohl bei der Rind- und Schweinefleischerzeugung als auch bei der Milcherzeugung sehr gefragt. In den USA wird seit dem Beginn der Landbewirtschaftung Mais als Druschfrucht und Futterpflanze angebaut. In Deutschland zählt der Mais seit gut 30 Jahren zu einer bedeutenden Futterpflanze. Die Besonderheit dieser Pflanze liegt in der sehr hohen Photosynthese- leistung. Wissenschaftlich wird diese Pflanze daher zu den C4-Pflanzen gezählt. Gegenüber unseren heimischen C2-Pflanzen nutzen sie die Sonnenenergie doppelt so gut aus, um Pflanzenmasse zu erzeugen.

Diese Eigenschaft des Mais verlangt aber auch besondere Ansprüche an das Klima. Nur durch intensive Pflanzenzucht wurde der Mais auch in schwierigen Regionen als Futterpflanze anbauwürdig. Aufgrund der standortbedingten klimatischen Verhältnisse werden heute ganz unterschiedliche Sorten angeboten, die auch mit wenigen Sonnentagen gute Erträge erzielen können.

Ende April oder Anfang Mai wird der Mais gelegt. Damit das Maiskorn keimen kann, sind Bodentemperaturen von mindestens 12 Grad Celsius erforderlich. Spätfröste können den aufgelaufenen Pflanzen normalerweise keinen Schaden zufügen. Hingegen kann Hagelschlag ganze Bestände stark reduzieren oder vernichten. Die Maispflanze ist resistent gegen Krankheiten und mit sich selbst verträglich. Der Befall durch Insekten oder Pilze ist eher selten und wird durch ungünstige Witterungsverhältnisse beeinflusst. Mais ist im Jugendstadium auf die Versorgung mit leicht löslichem Phosphor angewiesen. Daher wird der Mais in Verbindung mit einer sogenannten "Unterfußdügung" ausgesät. Dabei wird der Phosphor-Dünger direkt unter das Saatgut gelegt. Die Behandlung gegen Unkräuter erfolgt im Maisanbau relativ problemlos mit geringen Aufwandmengen an Herbiziden, da der Mais durch seinen rasanten Aufwuchs sehr schnell "den Bestand schließt". Damit haben Unkräuter kaum mehr Licht und verkümmern. Im Rahmen des integrierten Maisanbaus ist auch die mechanische Unkrautbekämpfung durch Hacken relativ einfach, da Mais in Reihen gesät wird.
Wildschäden sind bei Mais nicht unerheblich. Sowohl Reh- als auch Schwarzwild können durch erheblichen Verbiss große Ertragsausfälle herbeiführen. Maiskolben, die nach der Ernte auf dem Feld verbleiben und in die Krume eingearbeitet worden sind, werden von Schwarzwild gezielt ausgebuddelt. Somit kann durch erschwerte Erntebedingungen - die eine saubere, verlustarme Ernte verhindern - auch in den Folgekulturen größerer Wildschaden entstehen.

Die Nutzung von Futtermais erfolgt als Pflanzensilage. In der Schweinemast wird auf sehr energiereiches Futter gesetzt. Daher wird bei der Ernte nur der Kolben mit seinen Lieschblättern geerntet und anschließend gehäckselt und siliert. Bei der Rinderhaltung ist man auch auf einen hohen Rohfaseranteil angewiesen. Dazu wird die ganze Pflanze gehäckselt und siliert. Der Siliervorgang erfolgt in beiden Fällen unter Luftabschluss durch Milchsäuregärung. Er ist unproblematisch, weil genügend Feuchtigkeit und Zucker als hervorragendes Milieu für die Milchsäurebakterien vorhanden ist. Der Gärvorgang ist nach gut 4 Wochen abgeschlossen.

Ein paar Daten und Fakten gefällig?

Mais als sogenannte C-4-Pflanze nutzt die Sonnenenergie effektiver als andere Kulturpflanzen. Mais verfügt als C4-Pflanze über ein höheres CO2-Angebot und kann deshalb bei höheren Temperaturen mehr Trockenmasse produzieren. C3-Pflanzen, wie z.B. Getreide, können diesen Vorteil nur durch eine längere Vegetationszeit ausgleichen. Mais besitzt ein effizientes Transpirationssystem, fast keine Pflanze benötigt weniger Wasser als der Mais zur Bildung von Pflanzentrockenmasse und vor allem Energie. Mais verwertet den Stickstoff besonders effizient. Er verbraucht mit 20 kg Stickstoff je 10.000 Megajoule (MJ) Nettoenergielaktation (NEL) 20 bis 30 % weniger als andere Kulturpflanzen. Der energiereiche Mais wird besonders zum Ausgleich des eiweißreichen Grünlandaufwuchses benötigt, um den tierischen Organismus zu entlasten und die Ausscheidungen zu minimieren.

  • 1 ha Maisanbau "liefert" den Jahressauerstoffbedarf für 50 bis 60 Menschen
  • 1 ha Maisanbau "recycelt" den CO2-Ausstoß von 60.000 km Autofahrt bzw. vier Pkw "Durchschnittsfahrern"
  • von 1 ha Silomais kann der Jahresgrundfutterbedarf für 3 bis 4 Kühe bereitgestellt werden
  • von 1 ha Silomais können 6 Mastbullen mit einem Lebendgewicht von 600 kg gemästet werden, zuzüglich werden noch 10 dt Kraftfutter benötigt.
  • schließlich können allein von 1 ha Mais 15.000 kg Milch bzw. 2.000 kg Bullenfleisch oder 3.000 kg Schweinefleisch erzeugt werden.

Was ist Silomais?

Ganz schön groß diese Pflanzen. Es ist Mais und zwar Silomais. Nicht zu verwechseln mit einer anderen Sorte, dem Zuckermais, den ihr bestimmt schon mal gegessen habt. Zur Erntezeit wird die ganze Pflanze geerntet und verarbeitet. Die Maschine hierzu ist der Maishäcksler. Ein ziemlich gefährliches Gerät mit scharfen Werkzeugen, die die Pflanze abreißen und zerkleinern. Die gesamte Maispflanze wird klein gehäckselt. Der gehäckselte Mais kommt direkt auf einen Anhänger und wird ins Silo gefahren und dort abgeladen. Im Silo wird der Mais gleichmäßig verteilt und anschließend luftdicht gelagert. Bei einer Temperatur von ungefähr 30 Grad im Silo siliert der Mais, das heißt er vergärt. Daher kommt der Name Silomais. Das passiert bei der Gärung: Die Kohlenhydrate im Mais bestehen aus Zucker und Stärke. Milchsäurebakterien im Mais wandeln den Zucker in Milchsäure um. Der Mais wird sozusagen sauer - er vergärt. Durch die Gärung wird der Mais haltbar. Er verdirbt nicht so schnell und kann gelagert werden. Praktisch für die Landwirte, denn so ist immer prima Futter für die Tiere da.